BirdLife Projekte 

"100 Naturjuwelen"

 
Zum 100-Jahre-Jubiläum setzt BirdLife Schweiz das Projekt «100 Naturjuwelen» um. Ziel des Projektes ist es, dass mindestens 100 Sektionen wertvolle Lebensräume für die Biodiversität schaffen oder aufwerten – 100 Perlen, die zusammen ein ganzes Naturjuwelen-Mosaik ergeben.
Unser Verein hat 5 Projekte lanciert, die bereits umgesetzt werden:

 Jubiläumsprojekt "100 Naturjuwelen" | BirdLife Schweiz/Suisse/Svizzera 

 1. Jubiläumsprojekt BirdLife: Ruderalfläche und neuer Lebensraum für Molche

Die Sektion Natur und Umwelt Bubikon-Wolfhausen will eine Rasenfläche  zu einer blütenreichen und mit Strukturen versehenen Ruderalfläche umbauen, welche von einem Blumenwiesen-Streifen flankiert wird. Diese Fläche an prominenter Lage im Zentrum des Dorfes soll beispielhaft aufzeigen, wie man private Gartenflächen zu farbigen Lebensräumen umgestalten kann. 
(Text: BirdLife Schweiz, Foto: Franziska Angele)

 2. Jubiläumsprojekt BirdLife: Wiese und Hecke für Neuntöter

Wenn der Schauspieler und Regisseur Daniel Rohr in den letzten Monaten in seiner Region unterwegs war, dann oft um Steine zu sammeln. Keine Juwelen, nur einfache, meist graue Bollensteine. Und doch hat er damit ein neues Juwel geschaffen. In seinem Garten hat er mit Tonnen von selbst zusammengetragenen Steinen aus den Äckern benachbarter Bauern in diesen Tagen eine Lesesteinmauer fertiggestellt.

Im Garten von Daniel Rohr und Hanna Scheuring ist ein kleines Paradies für Schmetterlinge, Vögel, Eidechsen und Wildbienen entstanden. Aus Anlass des Naturjuwelenprojekts von BirdLife Schweiz ist nun ein weiteres Element dazu gekommen.  Die Lesesteinmauer hat eine Länge von zwanzig Metern. Sie ist mit Kies und Sand hinterfüttert und bietet einen idealen Lebensraum für Echsen, Amphibien und auch viele Insektenarten.

Als das Paar vor rund fünf Jahren die Liegenschaft erwarb, war der Garten verwildert. Armenische Brombeeren hatten das Gelände fest im Griff. Dann legte Daniel Rohr Hand an. Zusammen mit Freunden, wurden viele Kubikmeter Neophyten ausgegraben und entsorgt. An ihrer Stelle entstanden Sandlinsen für Wildbienen, Erde wurde abgetragen und eine artenreiche Blumenwiese angelegt. In die Hecke haben die engagierten Naturschützer viele Dutzend einheimischer Sträucher gepflanzt.

Inzwischen ist das Projekt im Kontakt mit der örtlichen Sektion von BirdLife, dem Verein Natur- und Umwelt Bubikon-Wolfhausen, als Teil der Aktion 100 Naturjuwelen angemeldet und entwickelt sich weiter. Letzte Woche hat der umtriebige Naturliebhaber, die in vielen Stunden zusammengetragenen Steine unter sachkundiger Anleitung zu einer Lesesteinmauer aufgeschichtet. Die ökologisch wertvolle Mauer bereichert das Areal um einen weiteren Lebensraum. Der Garten, so beschreibt es Rohr, ist durch all die Massnahmen lauter geworden. Vor seinem Fenster ist jetzt mehr Leben das brummt und summt und in diesen Tagen zum Frühlingskonzert ansetzt. Macht es ihn glücklich, in diesem Sinne steinreich zu sein? – Auf jeden Fall!
(Text und Foto: BirdLife Schweiz)

Daniel Rohr, Schauspieler, steinreich | BirdLife Schweiz/Suisse/Svizzera 

3. Jubiläumsprojekt BirdLife: Solfari

Die beiden Besitzer wollen auf ihrem Privatgrundstück verschiedene Aufwertungen umsetzen. Sie haben bereits im Westen eine Hecke gepflanzt und verschiedene Weiden- und Strauchstrukturen geschaffen. Die Fläche wird als abwechselnde Koppelweide von den Islandponys genutzt. Diese spielen als Weidetiere eine tragende Rolle: sie nutzen die Weide als wechselnden Weideplatz und können in Koppeln als auch mit punktuellen Auszäunungen als Bewirtschafter gelenkt werden. 
Massnahmen:

  • Anlegen Blumenstreifen neben bestehender Hecke. Dieser ist ein attraktiver Lebensraum für Wirbellose und Insekten und die weitere Fauna, die auf ein intaktes Angebot an Insekten angewiesen ist. 
  • Anlegen offener Bodenstreifen, 1 Gerätebreite: Der Streifen dient als Nahrungsstreifen für den Neuntöter, wo die Grossinsekten gut sicht- und jagdbar sind. 
  • Am tiefsten Punkt der Weide: leichte Geländemodellierung und -verdichtung, um einen Wechsel-Feuchtbereich zu schaffen. Dieser bringt einen neuen Lebensraumtypen in die Weide. 
  • Angrenzend und in gut besonnter Lage: Sandlinse für Wildbienen, mit einigen Bollensteinen befestigt und am Nordrand mit einigen Dornsträuchern/Wildrosen bestückt. Das Sandmaterial kann auch von Zauneidechsen zur Eiablage genutzt werden. 
  • Steinlinse für wärmeliebende Kleintiere, punktuelle Bepflanzung mit Dornstäruchern
  • Verschiedene artenreiche Heckenelemente und Dornstrauchgruppen auf der Weidefläche
  • zwei freistehende Bäume (Vogelbeer, Speierling)
  • Amphibienweiher

(Text und Foto: BirdLife Schweiz)

4. Jubiläumsprojekt BirdLife: Biotope schaffen

Die Sektion Natur und Umwelt Bubikon-Wolfhausen will mit zwei verschiedenen Weihertypen einen Amphibien-Trittstein zwischen zwei grösseren Feuchtgebieten schaffen: ein grösserer Lehmweiher und ein flacherer Kleinweiher mit unterschiedlichen Tiefen sollen zusätzlichen Lebensraum schaffen. Elemente wie Heckensträucher, Wildbienen-Steilwand und Lesesteinhaufen ergänzen die beiden Laichgewässer.
(Text: BirdLife Schweiz, Foto: Franziska Angele)

Baumreihe Bürgstrasse

Die Idee einer Baumreihe von ca. 80 Bäumen zwischen Giessenbach bis zur Bürg konnte 2019 bereits teilweise umgesetzt werden.
Wir freuen uns über die erste Etappe: Von den ursprünglich 45 geplanten Bäumen auf dem Abschnitt Giessenbach und Magazin Wasserversorgung konnten immerhin 11 gepflanzt werden. Die Baumreihe konnte leider nicht durchgehend realisiert werden, da einige Landeigentümer nicht einwilligten. Das Projekt wird weiterverfolgt. 


Mit Freude konnten wir im Herbst 2020 nun die zweite Etappe der Baumreihe mit der Gemeinde Bubikon realisieren. Es wurden 8 weitere Bäume in den Mittelstreifen vom Fussweg und der Strasse gepflanzt.

Der Landwirt und Landbesitzer Josua Hess pflanzte auf seinem Land und auf eigene Kosten 8 weitere Obstbäume 
(ProSpecieRara).

Projektleitung: Franziska Angele
Herzlichen Dank für deinen unermüdlichen Einsatz!


Amphibienzaun Hüsliried

Sobald im Frühling in feuchten Nächten die Temperaturen wenige Grad über der Nullgrad-Grenze liegen, beginnen verschiedene Amphibien (Frösche, Kröten und Molche) ihre Laichplätze aufzusuchen. Die in der Schweiz gefährdeten Amphibienarten legen auf ihrem Weg vom Winterquartier zum Laichgewässer Strecken von mehreren hundert Metern bis zu einigen Kilometern zurück. Dabei sind sie oft gezwungen, Wege und Strassen zu überqueren.
 
Da die Tiere in der Nacht meist in grossen Zügen unterwegs sind, werden sie von Fahrzeugen in Massen überrollt, was den Fortbestand der gesamtschweizerisch geschützten Tiere weiter gefährdet.
Quelle: Karch, Link: Amphibienwanderung

Mit Hilfe der Gemeinde konnten wir Anfang 2020 zum 1. Mal einen Amphibienzaun an der Bürgstrasse aufstellen. Die an der Innenseite des Zauns versenkten Kübel wurden täglich am Morgen und am Abend von freiwilligen Helfer/innen kontrolliert. Die Tiere wurden über die Strasse ins Hüsliried getragen und frei gelassen. 

2020
Zeitspanne: Anfang Februar bis Mitte März 2020 Gesamthaft 1210 Tiere, davon 96% Berg- und Teichmolche, 3% Frösche und 1% Erdkröten. Link

2021
Zeitspanne: Mitte Februar bis Anfang April 2021
Total 886 lebende Tiere, davon 24 Grasfrösche, 7 Erdkröten, 730 Bergmolche und 125 Teichmolche. 


Wir danken den Helfer/innen für ihr tolles Engagement! Danke auch der Gemeinde Bubikon für den Auf- und Abbau des Zaunes und dem Kanton Zürich für das Material.

In Zusammenarbeit mit dem Karch und dem Kanton Zürich möchten wir in Zukunft Amphibien weiter schützen und fördern.

Artikel im Zürcher Oberländer: PDF

Kontaktperson: 
Hans Trüb
079 192 09 00
trueb.h@bluewin.ch

Ausstiegshilfen für Amphibien

Infolge der Intensivierung der Landwirtschaft und Forstwirtschaft wurden in den letzten hundert Jahren über 95% der Feuchtgebiete in Zentraleuropa trockengelegt und geebnet. Wasser-, respektive Laichhabitate von Amphibien wurden dadurch grossflächig zerstört. Als Folge kam es zu massiven Einbrüchen der meisten Amphibienbestände. Noch nicht ausgestorbene Amphibien werden durch Strassen, unüberwindbare Trottoirränder, Strassenmauern und allgemeine Wanderungshindernisse behindert. Dazu gehören auch die Entwässerungssysteme, die ohne zusätzliche Massnahmen zu eigentlichen Todesfallen für Amphibien werden. Um diese Gefahr in unserer Gemeinde zu entschärfen, hat der Verein Natur & Umwelt im Jahr 2016 bei der Gemeinde den Antrag gestellt, neuralgische Abwasserschächte mit Amphibienausstiegshilfen auszurüsten. Der Antrag wurde positiv aufgenommen und das Material für die Erstausstattung von der Gemeinde finanziert. Natur & Umwelt hat die Trägerschaft übernommen und organisiert die periodischen Kontrollen und Reparaturen der Ausstiegshilfen. 

An dieser Stelle bedanken wir uns bei allen HelferInnen.
 

Kontaktperson:
Irene Walter 
055 243 20 57 

Ritterhuuspörtli

Zwischen dem Bahnhof Bubikon und dem Ritterhaus gibt es beidseitig der Strasse eine Böschung, die verschiedene schützenswerte Kleintiere und Pflanzen beherbergt. Beim jährlichen Arbeitseinsatz im Sommer schneiden wir das Gras von Hand, um die Lebewesen möglichst nicht zu gefährden und lassen ausgewählte, noch blühende Pflanzen zur Samenbildung stehen.

Kontaktperson:
Brigitt Angele Hanselmann
078 626 47 20

Biotope

Im Herbst 2019 haben wir die Verantwortung für die jährliche Pflege der Schulbiotope Fosberg und Bergli übernommen.
 

Kontaktperson:
Brigitt Angele Hanselmann
078 626 47 20

Einblicke - Ausblicke

In den neunziger Jahren kam in unserem Verein der Wunsch auf, die schönen und geschichtsträchtigen Orte unserer Gemeinde der Öffentlichkeit näher zu bringen. Mit der Zuhilfenahme von lokalen Chroniken, Mithilfe von verschiedenen Vereinsmitgliedern und Jakob Zollinger, konnten wir Text und Bildmaterial für 60 Informationstafeln erarbeiten. Diese wurden vom Unterhaltsdienst über die Gemeinde verteilt auf Pfosten, Stangen von Wanderweg-Tafeln oder Gebäuden montiert. Im Jahre 1998 konnte das Projekt offiziell eingeweiht werden.
Zur Übersicht wurde ein Faltprospekt sowie eine ausführliche Dokumentation in Buchform erstellt. Beide Dokumente sind am Schalter der Gemeinde Bubikon erhältlich.
Einblicke - Ausblicke als PDF